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São Paulo & Brasília, Brasilien


 

São Paulo & Brasília
 
São Paulo und Brasília sind keine Touristenstädte, dennoch können wir sie nicht unbeachtet lassen. São Paulo ist nicht nur die größte Stadt Brasiliens und eine der Mega-Citys der Welt, Brasília nicht nur die Hauptstadt Brasiliens: beide Städte sind darüber hinaus auch noch absolut außergewöhnlich.

São Paulo
 
São Paulo ist Brasiliens Stadt der Superlative, steinreich und bitterarm, faszinierend und unerträglich, eine Metropole mit zehntausenden Hochhäusern bis zum Ende des Horizonts und 20 Millionen Einwohnern, vielleicht noch viel mehr. Eine Mega-City, die im Sekundentakt handelt, produziert, wächst und verdreckt.
Angesichts der extrem rasanten Expansion und dem ungehemmten Bauboom hat es so etwas wie Raumordnungspläne oder Stadtentwicklungsprogramme nicht gegeben. Dies fällt einem bei der Platzierung der Gebäude und beim Straßenverlauf auf, der hier überwiegend nicht schachbrettartig, sondern individuell gestaltet ist. Das System ist typisch und passend für eine historische Kleinstadt, aber absolut ungeeignet für eine Mega-City.
Wer es sich leisten kann, bewegt sich mit Hubschraubern fort, und entgeht somit dem Chaos auf den Straßen und der Kriminalität. In keiner anderen Stadt gibt es so viele Hubschrauberlandeplätze wie in São Paulo, knapp 250 sind es, und mit jedem neuen Bürogebäude kommt ein neuer Landeplatz dazu.
Es gibt zahlreiche Wohnanlagen, die meistens aus mehreren Luxushochhäusern, einer Shopping-Mall, hochrangigen Dienstleistern und einem kleinen Park bestehen, und durch hohe Mauern und bewaffnete Sicherheitsdienste abgeschirmt sind. Anderen Wohnkomplexen und Hochhäusern fehlt es dagegen an allem, die Rede ist von den Corticos, den sogenannten Bienenkörben, vertikalen Favelas.
Viele dürften eine Hassliebe zu São Paulo pflegen oder die Stadt nur hassen, was man ihnen nicht verübeln kann. Dennoch schrumpft São Paulo nicht, zieht Massen von Menschen an, und wächst rasant weiter. São Paulo boomt, ist eine sehr wichtige Business- und Industriestadt - und wird immer wichtiger im boomenden Brasilien. Nahezu ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts wird hier erwirtschaftet, und die industrielle Produktionskapazität ist die bedeutendste in ganz Lateinamerika. Alleine rund 1.000 deutsche Firmen sind in São Paulo ansässig!
Neben allen negativen Punkten, die diese Mega-City mit sich bringt, ist sie aber auch großartig: das rund um die Uhr pulsierende Leben, die verschiedenen Stadtviertel, mit teilweise wesentlichen portugiesischen, italienischen, deutschen, libanesischen und japanischen Einflüssen, die Architektur, die spannende Szene, das riesige kulturelle Angebot mit rund 120 Theatern, 300 Kinos, 100 Museen, mit Ausstellungen, Konzerten, Shows, 1.000 Clubs und etwa 12.500 Restaurants. Wer zwischendurch etwas Ruhe braucht von der Reizüberflutung, kann die Stadt hinter sich lassen und ist nach 50 Kilometern in herrlicher Natur und an Traumstränden am Meer angelangt.

São Paulo, Brasilien São Paulo, Brasilien

Brasília
 
Einer kühnen Vision verdankt die Hauptstadt Brasiliens ihren Ursprung: Präsident Juscelino Kubitschek träumte in den 1950er-Jahren von einer modernen Hauptstadt für das Wirtschaftswunderland, gelegen auf einem zentralen Hochland, im Nichts. Die Hauptstadt sollte von Rio de Janeiro in das Hinterland verlegt werden, näher in das Herz Brasiliens.
Zwei Corbusier-Schüler, der Stadtplaner Costa und der Architekt Niemeyer, verwirklichten den Traum einer futuristischen Metropole. Angefangen beim Entwurf der Wohn-, Gewerbe- und Verwaltungsbereiche bis hin zur Symmetrie der Gebäude - vorgesehen war ein absolut harmonisches Design wiederzuspiegeln, in welchem die öffentlichen Verwaltungsgebäude eine Attraktion für sich darstellen sollten. Brasília wurde mit dem Gedanken entworfen, über mehrere großflächige Grünflächen zu verfügen, welche einen Ausgleich zwischen Natur, Gebäuden und dem Menschen darstellen. Ein künstlich angelegter See, der Paraná, mit seiner 49 Kilometer langen Ausdehnung, bricht die Dürre dieses zentralen Hochgebirges.
Nur vier Jahre dauerte es, bis 1960 eine Stadt eingeweiht wurde, die in der Kühnheit ihres Projekts einzigartig ist: eine Hauptstadt, gebaut für den Autoverkehr, mit strengster Aufteilung der Lebens- und Arbeitsbereiche, nach Funktionen geordneten Sektoren. Von oben betrachtet ist die Anlage Brasílias am besten zu verstehen: deutlich ist die Silhouette eines “Flugzeugs” zu erkennen.
Heute wohnen weniger als ein Fünftel der 2,3 Millionen Einwohner innerhalb der Beamtenstadt; die Mehrheit lebt in Satellitenstädten außerhalb.
Für die einen mag Brasília eine seltsame Betonwüste mit viel zu großen Freiflächen und Straßen sein, für die anderen hochgradig faszinierend. Brasília wurde als erste moderne Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt!

Brasília, Brasilien Brasília, Brasilien

 


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